Die musikalischen Brotkrumen

 

sind aus der Lust entstanden, Variationen neu zu entdecken und mir übergangsweise Distanz zur klassischen Gitarre zu verschaffen. Die Instrumentierungen sind für Tasteninstrumente (Piano, Keys, Synth) und Flöten mit Elektronik angelegt: für Gerätschaften, die mir aus Kindheit und Jugend noch bekannt sind. Vielleicht wird die Konzertgitarre auch in diesem Zusammenhang für mich wieder interessant. Durch Aufträge hat sich das Spektrum der Klänge inzwischen um orchestrale und vokale erweitert.

Die Metapher entsprang mir aufgrund der Kürze der vorgestellten Stücke (oder Parts von Stücken) und der Form, die instrumental verarbeitet wird: Song, Lied, Chanson. Im Unterschied zu traditionellen, sich wiederholenden Strukturen, entwickeln sich mir Verläufe, die nicht immer absehbar sind. Ähnlich tonal: Die grundlegende Haltung ist frei.

Würde man versuchen, diese Musik nach den allgemeinen Begriffen Pop, Jazz, Neue Musik einzuordnen, wäre ein Scheitern gewiss. Mit dem Neubeleben von Variationen beziehe ich Ansätze von Brahms, Beethoven und älteren Komponisten ein. Vor dieser historischen Folie greifen jene Vokabeln nicht.

Der angedeutete Hintergrund ermöglicht mir Zugänge bis in die Clubmusik, auch wenn dies zu eingeschränkten Freiheitsgraden führen kann. Akademische Berührungsängste sind mir fremd. Aktuell gehören zu den Brotkrumen die lebhaften Schneetage für Piano solo, die Nachtstücke, in denen die elektrifizierte Altflöte zu einem Individuum erwacht, als auch Cocktail Spezial, ein munter tönendes Nachtcafé.